PSYCHOTHERAPIEVERFAHREN

Folgende Psychotherapieverfahren sind als Heilmethoden von den gesetzlichen Krankenkassen anerkannt, um seelische Erkrankungen zu behandeln: 

  • Verhaltenstherapie 
  • Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie 
  • Analytische Psychotherapie
  • Systemische Therapie

VERHALTENSTHERAPIE

Verhaltenstherapie baut auf den Erkenntnissen der wissenschaftlichen Lernforschung auf. 

Störendes oder schädigendes Verhalten ist gelernt worden, es kann unter fachkundiger Anleitung wieder verlernt werden. Dabei wird zunächst das problematische Verhalten analysiert: Seit wann tritt es auf und durch welche inneren und äußeren Bedingungen wird es aufrechterhalten?

Mehr lesen

In der Verhaltenstherapie kommen verschiedene Methoden zur Anwendung: 

  • Patienten/Patientinnen werden gezielt über ihre Problematik (Ängste, Zwänge,  Depressionen) aufgeklärt.
  • Denkweisen, die mit störendem Verhalten zusammenhängen, werden systematisch verändert  (kognitive Verhaltenstherapie). 
  • Angstbesetzte Situationen (zum Beispiel Platzangst, Spinnenphobie) werden durch abgestufte Gewöhnung überwindbar.
  • Durch Rollenspiele und Übungen werden neue, alternative Verhaltensweisen aufgebaut. 
  • Das Erlernen von Entspannungstechniken fördert den Heilungsprozess. 

Mit dem ersten Antrag werden zwei Mal 12, bei Verlängerung 60 Therapiestunden bewilligt, in besonderen Fällen bis zu 80 Stunden. 
 

TIEFENPSYCHOLOGISCH FUNDIERTE PSYCHOTHERAPIE

Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie hat sich aus den psychoanalytischen Ansätzen entwickelt. In diesen so genannten psychodynamischen Verfahren geht man davon aus, dass unbewusste Vorgänge für die seelische Gesundheit von großer Bedeutung sind. 
 

Mehr lesen

Symptome und Probleme werden in Zusammenhang gebracht mit früheren belastenden Erfahrungen, unbewältigten Konflikten aus der Kindheit, die nicht genügend verarbeitet wurden. Diese „alten Wunden“ können durch aktuelle Erlebnisse wieder aufgerissen werden. 

Die gegenwärtige Problematik stellt häufig einen Kompromiss dar, um die Konflikte zu lösen. Durch die Therapiegespräche können die Zusammenhänge mit den früheren Erfahrungen verstanden, Gefühle verarbeitet und die aktuellen Probleme konstruktiv gelöst werden. 

In der Regel finden die Termine einmal wöchentlich statt: Es können zunächst zwei Mal 12, bei Verlängerung 60, schließlich maximal 100 Stunden bewilligt werden. 
 

ANALYTISCHE PSYCHOTHERAPIE

Die analytische Psychotherapie geht davon aus, dass seelische Vorgänge in erster Linie unbewusst sind. Die Ursachen seelischer Störungen liegen oft in der frühen Kindheit. Dabei sind die Erinnerungen an diese Zeit meist verdrängt und vergessen worden. Dieses Erleben will die Psychoanalyse wieder ins Bewusstsein heben und mit den gegenwärtigen Lebensbedingungen des Patienten in Beziehung setzen. Dabei kommt es entscheidend auf die Mitwirkung des Betreffenden an. 
 

Mehr lesen

In der klassischen psychoanalytischen Situation liegt der Patient/ die Patientin auf der Couch, der Analytiker/ die Analytikerin sitzt auf einem Sessel dahinter - außerhalb seiner Sicht. Der Patient/ die Patientin soll den Gedanken freien Lauf lassen, möglichst über alles reden, was einen an Belastungen, Gefühlen, Träumen und menschlichen Beziehungen bewegt. Dadurch kommen auch unbewusste Inhalte zum Vorschein. Durch die Bewusstwerdung im psychotherapeutischen Gespräch können die Probleme bewältigt werden.

Diese intensive Behandlung ist sehr zeitaufwändig: Zunächst werden 160 Stunden bewilligt (2-3 Sitzungen pro Woche), bei Bedarf sind Verlängerungen bis maximal 300 Stunden möglich. 
 

SYSTEMISCHE THERAPIE / FAMILIENTHERAPIE

Mit Hilfe von Skulpturen (Familienaufstellung) und Betrachtung der Geschichte über die Generationen können die aktuellen Probleme verständlicher werden. Ziel der Therapie ist eine Erweiterung der Wahrnehmungs- und Handlungsmöglichkeiten der Einzelnen und des Gesamtsystems.
 

Die systemische Psychotherapie betrachtet Symptome nicht als Eigenschaften einzelner Personen, sondern als Ausdruck von Beziehungsproblemen in einem größeren Zusammenhang. Beispielsweise können Schwierigkeiten eines Kindes auf Belastungen und Einschränkungen im Familienleben hinweisen. Dabei spielen häufig auch die Bedingungen im weiteren Umfeld eine Rolle: Systeme wie Nachbarschaft, Schule, Arbeitsstelle.
 

WER FUNDIERTE AMBULANTE PSYCHOTHERAPIE ANBIETET

  • Psychologische Psychotherapeuten/Psychotherapeutinnen 
  • Psychotherapeutisch tätige Ärzte/Ärztinnen
  • Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten und -psychotherapeutinnen


Diese dürfen auch junge Erwachsene behandeln, wenn die Therapie vor dem 21. Geburtstag begonnen wurde. 
 

Der jeweilige Herkunftsberuf und die vom Psychotherapeuten gewählten Weiterbildungen und Zusatzausbildungen ermöglichen unterschiedliche Blickwinkel auf die Psyche des Menschen und auf das Verständnis zur Entstehung und Behandlung seelischer Leiden.

Hier gelangen Sie zur Liste der Mitglieder des Psychotherapeutenvereins Paderborn/Höxter e.V.

Gruppentherapie

Die meisten Behandlungen werden in Form von Einzelgesprächen durchgeführt. Welche Praxen zusätzlich Gruppentherapie anbieten, können Sie der Seite „Therapeuten finden“ entnehmen.